Der verflixte fünfte Satz

Saison-Rückblick der VfB-Piranhas
Artikel vom 19. Mai 2026
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Oldenburg/fs. Die Tischtennis-Abteilung des VfB Oldenburg blickt auf eine schwierige Saison zurück. Die Piranhas haben zwar nichts unversucht gelassen, um Fortuna mit ihrem Charme zu bezirzen, doch die Glücksgöttin zeigte den Raubfischen mit an Boshaftigkeit grenzender Ignoranz die kalte Schulter. Mit Folgen, denn gleich zwei Mannschaften mussten einen bitteren Abstieg hinnehmen und die Erste verpasste die Relegation zum Aufstieg denkbar knapp.
VfB Oldenburg I, 1. Bezirksklasse: Der blau-weiße Schwarm zählte zu den positiven Überraschungen dieser überdurchschnittlich langen, weil mit 14 Mannschaften besetzten 1. Bezirksklasse. Am Ende reichte es zu einem ganz starken 3. Platz. Die Relegation um den Aufstieg in die Bezirksliga wurde zwar verpasst, doch vor Saisonbeginn hatte Mannschaftskapitän Hans-Malte „Hamaha“ Hanne angesichts von sechs Absteigern den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben.
Früh zeichnete sich ab, dass der VfB mit dem Abstieg nichts zu tun haben würde und so kam es auch. 12 Siege, 8 Unentschieden und nur 4 Niederlagen sind eine starke Bilanz. Am Ende war der TTC Waddens als Vize-Meister nur einen Zähler besser. Waddens profitierte dabei von einem eng getakteten Restprogramm der Piranhas, die innerhalb von nur einer Woche gleich vier Spiele bestreiten mussten und daraus 4:4 Punkte holten.
Mit 42 Siege und nur 8 Niederlagen setzte Hans-Malte Hanne zudem die Bestmarke aller Einzelwertungen in der 1. Bezirksklasse. Lediglich Marvin Nebel von Fortuna 25 Oldenburg konnte hier mithalten. Christian Reißel, die blau-weiße Nummer zwei, kam auf eine Bilanz von 23 Siegen und 25 Niederlagen. Oliver Voigt spielte im unteren Paarkreuz eine starke Saison (27:19) und auch Michael Onken (8:4) und Alex Steiner (18:14) erspielten positive Ergebnisse. Allein Andi Lütjen klebte in der Hinrunde das Pech an den Flossen.
Dafür ließen Christian Reißel und Michael Onken ihren Gegnern in der Doppel-Konkurrenz keine Chance. Sie blieben ungeschlagen.
VfB Oldenburg II, Kreisliga: Der verflixte fünfte Satz. So oder ähnlich lässt sich der Saisonverlauf der Zweiten beschreiben, die als Außenseiter in der Kreisliga gestartet war und am Ende das Ziel, den Klassenerhalt, knapp verpasste.
Die von Kapitän Gunnar Kieck vorbildlich angeführte Mannschaft kassierte zwar einige deutliche Niederlagen, hatte zugleich aber auch viel Pech, wie die Statistik zeigt. In den entscheidenden Duellen gegen den TTC Oldenburg V und im Spiel gegen die Orcas VII waren Siege möglich, doch die Piranhas verloren insgesamt elf Spiele im entscheidenden fünften Satz.
Erschwerend kam hinzu, dass mit Lars Schmietenknop der stärkste Spieler frühzeitig verletzte ausgefallen ist und die Mannschaft nur selten in Bestbesetzung aufschlagen konnte. Insgesamt wurden zehn Spielerinnen und Spieler eingesetzt und 13 verschieden Doppel-Kombinationen standen am Tisch. Ein Vorbild an Verlässlichkeit und Konstanz war der Mannschaftskapitän, denn Gunnar Kieck stand in allen Saisonspielen am Tisch und avancierte deshalb nicht zufällig auch zum erfolgreichsten Spieler seiner Mannschaft. Den Abstieg nehmen die Raubfische aber gelassen. „Wir freuen uns auf eine Saison in der starken 1. Kreisklasse und schauen mal, ob wir mittelfristig wieder angreifen können“, sagt Kapitän Gunnar Kieck.
VfB Oldenburg III, 1. Kreisklasse: Auch die Dritte hat sich letztlich am Abstiegshaken verschluckt. Vier Punkte fehlten der Mannschaft am Saisonende, die als Neunter in die 2. Kreisklasse abgestiegen ist. Dabei hatten die Piranhas in einem turbulenten Saisonverlauf durchaus überraschen können, zum Beispiel mit einem Unentschieden beim Tabellenzweiten TuS Wahnbeck II.
Auch hier durften die Raubfische durchaus für sich reklamieren, dass mit ein wenig mehr Glück auch der Klassenerhalt drin gewesen wäre. In den entscheidenden Spielen konnten die Gegner letztlich den entscheidenden fünften Satz mehrheitlich gewinnen.
Die Enttäuschung bleibt allerdings überschaubar, denn auch hier war von Anfang an klar, dass der Klassenerhalt ein Erfolg sein würde. Bitter war zudem, dass der TTC Oldenburg eine Mannschaft während er Saison aus dem Wettbewerb zurückgezogen hatte, was zu personellen Verschiebungen in den einzelnen Teams führte, die in Summe stärker wurden.
Hinzu kam für die Piranhas außerdem, dass allen voran Andre Meyer ein stressiges Programm zu absolvieren hatte, denn er war nicht nur in der Dritten gefordert, sondern musste immer wieder auch für die zweite Mannschaft in den Teich.
Michael Scholz (12 Siege, 16 Niederlagen) und Arne Lashlee (12:14) punkteten individuell stark und auch Tim Wolter (7:7) erspielte sich eine ausgeglichene Bilanz.
In der Liga überwog am Ende zwar die Enttäuschung, doch im Pokal konnte die Dritte für Furore sorgen. Sie holte sich den Kreispokal und spielte sich mit starken Leistungen sogar bis in die Endrunde des Bezirkspokals.
VfB Oldenburg IV, 3. Kreisklasse: Hier war noch mehr drin für die Raubfische, die denkbar knapp an der Relegation zum Aufstieg vorbei schwammen. Mit 11 Siegen und nur 4 Niederlagen wurden die Vierte am Saisonende Tabellendritter. Am letzten Spieltag kam es in der Halle „Hogenteich“ zum entscheidenden Duell mit dem direkten Konkurrenten vom Post SV, um deren ungeschlagenen Spitzenspieler Gilbert Menke. Die Nummer eins des PSV hat in der gesamten Saison nur sechs Sätze abgegeben und ist mit einem QTTR-Wert von fast 1.700 Punkte für die 3. Kreisklasse viel zu gut.
Das zeige sich auch im Spitzenspiel. Zwar konnte Gerriet Hollje-Luerssen den ersten Satz gewinnen, am Ende allerdings führte Menke seine Mannschaft beim 5:5 zum Punktgewinn und damit auch zur Teilnahme an der Relegation.
Die Raubfische dürften dennoch sehr stolz auf eine starke Saison sein. Fast alle Akteure hatten am Saisonende eine positive Bilanz. Gerriet Hollje-Luerssen überzeugte mit 17 Siegen bei 15 Niederlagen im oberen Paarkreuz ebenso, wie David Scherer und Ralph Stuber (jeweils 18/4) sowie Ralf Selmer (17:13) im unteren Paarkreuz.
Selmer und Hollje-Luerssen stellten zudem auch im Doppel ihre Gegner immer wieder vor unlösbare Aufgaben und beeindruckten mit 10 Siegen bei nur 4 Niederlagen. In dieser Form dürfte die Vierte auch in der neuen Saison zu den Top-Mannschaften der Liga zählen.
VfB Oldenburg V, 3. Kreisklasse: Ziel Klassenerhalt, lautete vor Saisonbeginn die Devise für die Mannschaft um die Routiniers Jens Christians und Günter Kalka und dieses Ziel wurde souverän erreicht. 7 Siege und 10 Niederlagen sind eine beachtliche Bilanz, die am Ende zum siebten Tabellenplatz reichte.
Dass es gegen die Fünfte keine Zuckerschlecken werden würde, musste vor allem die eigene vierte Mannschaft gleich zweimal erfahren. Denn denkbar knapp setzte sie sich als Favorit jeweils nur mit 6:4 durch.
Doch es war nicht nur der sichere Klassenerhalt, der Beifall verdiente. Auch die teils starken individuellen Leistungen verdienten sich ein Sonderlob, wie etwa im Fall von Florian Wachowski. Er schlägt erst seit wenigen Jahren für den VfB auf, beeindruckt aber durch enormen Trainingsfleiß und erspielte sich am Ende eine starke ausgeglichene Bilanz (13/13). Zudem durften die Piranhas im Verlauf der Rückrunde mit Jens Hoffmann einen Neuzugang begrüßen, der ein tolles Debüt gefeiert hat und sicherlich ebenfalls das Talent mitbringt, um perspektivisch noch höher zu spielen.
Trotz zweier Abstiege dürfen die Piranhas ein positives Saisonfazit ziehen. Allen voran die erste Mannschaft hat gezeigt, dass sie den Aderlass des vergangenen Sommers, als gleich fünf Spieler den VfB verlassen hatten, sehr gut weggesteckt hat. Zwar will Christian Reißel in der nächsten Saison mit den Walen schwimmen, doch der VfB-Schwarm freut sich außerordentlich, dass mit Markus Holzum ein langjähriger Raubfisch in den Teich zurückkehrt, der zuletzt beim TSV Großenkneten für Furore gesorgt hat.










