VfB gewinnt in Kiel

Schiedsrichter: Lennart WolffLinienrichter: Jan-Lukas Meyer, Noah Müller
Zuschauer: 372
Oldenburger seit zwölf Spielen ungeschlagen
Spielbericht vom 30. März 2025
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Kiel/fs. Das war ein ganz dickes Ausrufezeichen. Mit einem hochverdienten 4:2-Sieg bei Holstein Kiel II hat der VfB Oldenburg nicht nur drei weitere Punkte erspielt, sondern die eigene Serie auf jetzt zwölf Spiele ohne Niederlage ausgebaut. Vor 372 Zuschauerinnen und Zuschauern, die mit deutlicher Mehrheit den Gästen die Daumen drückten, zeigte der VfB eine überaus reife Leistung und ließ sich auch nicht davon beeindrucken, dass die Kieler gleich drei Profis aus dem Bundesligakader aufgeboten hatten.
Tags zuvor hatte man beim VfB durchaus noch gescherzt, Phil Harres und Lasse Rosenbohm seien beim Spiel der Kieler Profis gegen Werder Bremen schon in der ersten Halbzeit ausgewechselt worden, um sie für das Spiel gegen die Oldenburger zu schonen. So wirklich gerechnet hatte mit deren Einsatz aber niemand. Umso größer war das Erstaunen, dass mit Harres, Rosenboom und Max Geschwill dann gleich drei Profis aus dem Erstligakader in der Kieler Anfangself standen.
Im Vergleich zur Vorwoche hatte VfB-Trainer Dario Fossi personell umstellen müssen. Adem Podrimaj fehlte aufgrund einer Gelbsperre, Willem Hoffrogge hingen musste verletzt passen. Dafür kam Nick Otto zu seiner Startelfpremiere und auch Julian Boccaccio durfte mal wieder von Beginn an ran. Zwei Maßnahmen, die sich bezahlt machen sollten.
Der VfB zeigte sich von den prominenten Namen auf Holsteiner Seite sichtlich unbeeindruckt und war im Kieler Regen von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft. Klare Abschlussmöglichkeiten blieben aber die Ausnahme, weil die Kieler bei teils gefährlichen Schüssen der Gäste immer wieder einen Fuß oder ein Bein an den Ball bekamen.
Durchaus diskussionsfähig sollte es dann nach 23 Minuten zugehen. Aurel Loubongo war im Strafraum umgestoßen worden, Schiedsrichter Lennart Wolf hatte allerdings kein Foul gesehen und ließ weiterspielen. Der nächste Aufreger sollte dann Folgen haben. Einen Ballverlust des VfB im Zentrum nutzten die Kieler zum schnellen Gegenstoß. Über die rechte Seite kam Jorden Winter zum Abschluss und traf mit einem platzierten Schuss zur Führung.
Die Oldenburger ihrerseits blieben druckvoll, ließen sich vom Rückstand nicht beirren und das sollte sich auszahlen. Über Vjekoslav Taritas und Moses Outali landete der Ball am Ende im Gewühl und Julian Boccaccio konnte in bester Torjägermanier zum verdienten Ausgleich abstauben (41.).
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Spiel. Der VfB war die dominante Mannschaft, stand defensiv überaus sicher und setzte jetzt auch vermehrt offensive Akzente. Nach einem Foul an Anouar Adam brachte Vejkoslav Taritas den Ball ins Zentrum. Der starke Nico Mai schraubte sich in die Luft, traf mit seinem Kopfball aber nur die Latte, Kiel konnte die Situation allerdings nicht klären. Nutznießer war der ebenfalls starke Nick Otto, der durchs Gewühl zum 1:2 traf (48. Spielminute).
Der VfB blieb dran und nutzte die spürbare Verunsicherung der Kieler, bei denen die Profis bis dahin kein Faktor waren. Aurel Loubongo hatte ein gutes Auge für den besser postierten Rafael Brand und gegen dessen platzierten Schuss hatte Torhüter Lio Rothenhagen keine Chance (59.).
„Bleibt mutig“, forderte Dario Fossi seine Mannschaft auch nach der Vorentscheidung auf und die Botschaft kam an. Der VfB hatte durch Rafael Brand sowie Moses Otuali weitere Möglichkeiten. Es dauerte allerdings bis zur 74. Minute, ehe der eingewechselte Linus Schäfer jeden Zweifel am Oldenburger Erfolg beseitigte. Mit einer Volleyabnahme im Stil eines „Tor des Monats“ traf er zum 1:4 (74.). Dass die Kieler durch den ansonsten eher blassen Phli Harres noch verkürzen konnten (79.) fiel ebenso wenig ins Gewicht, wie das Auslassen weiterer guter Möglichkeiten durch den VfB, der am Ende sogar noch höher hätten gewinnen können.