Unter Flutlicht gegen Flensburg

VfB Oldenburg spielt am Freitagabend gegen Tabellennachbarn
Artikel vom 2. April 2025
Der Vorbericht wird präsentiert von:
Oldenburg/fs. Das Wort Serie könnte aktuell wohl unterschiedlicher nicht bewertet werden. Während die Verantwortlichen von Weiche Flensburg es mutmaßlich besser jetzt als gleich aus dem aktuellen Wortschatz streichen würden, hat es beim VfB Oldenburg derzeit Chancen auf den Titel als Lieblingswort und beide Ansichten sind nachvollziehbar. Am Freitagabend, um 18.30 Uhr, kommt es unter Flutlicht zum Duell der beiden Tabellennachbarn.
Der Gegner: Es sollte alles anders, vor allem besser werden, beim Sport Club Weiche Flensburg 08. Erst in der Relegation konnten die Rot-Blauen in der vergangenen Saison den Klassenerhalt sicherstellen. Eine Zitterpartie, die man so nicht nochmal erleben wollte. Entsprechend rege war man im Sommer auf dem Transfermarkt und hatte am Ende ein Ensemble beisammen, das in punkto Erfahrung wohl den Bestwert in der Liga stellt. Doch sportlich läuft es nicht wie gewünscht, im Gegenteil.
Der Trainer: Torsten Fröhling ist in Oldenburg kein Unbekannter. In der Saison 2010/11 stand er bei den Blauen in der Verantwortung, hatte damals allerdings mit sehr großem Verletzungspech zu kämpfen. Der ehemalige Profi des FC St. Pauli hat in der Folge aber viele Erfolge feiern können, unter anderem bei 1860 München und beim FC Schalke 04 II. Seit November 2023 ist er für Weiche Flensburg tätig und holte seitdem einen Punkteschnitt von 1,31 Zählern.
Die Situation: Tabellenplatz elf nach 26 Spielen, das ist fraglos eine Enttäuschung für die Flensburger und ihren Top-Star, den ehemaligen dänischen Nationalspieler Mads Albaek. Neun Siege, sechs Unentschieden, aber auch schon elf Niederlagen weist die Bilanz aus. Vor allem auswärts hatten die Flensburger immer mal wieder ihre Probleme, wenngleich es anfangs danach gar nicht ausgesehen hat. Bis zum 7. Spieltag konnten sie beim Bremer SV, dem VfB Lübeck und Eintracht Norderstedt gewinnen. Darüber hinaus folgten aber in der Fremde nur noch Unentschieden, zuletzt ein 1:1 beim SSV Jeddeloh II.
Die Serie: Seit zehn Spielen sind die Flensburger ohne Sieg. In den vergangenen vier Spielen haben sie kein Tor erzielt. Der letzte Erfolg wurde am 25. Oktober des vergangenen Jahres gefeiert, ein 1:0 über den Hamburger SV II.
Die Leistungsträger: Natürlich ist Mads Albaek der prominenteste Name im Kader der Gäste. Der Däne wurde im Sommer verpflichtet und soll mit seiner Erfahrung, die er in verschiedenen ersten Ligen in Europa gesammelt hat, die Mannschaft führen. Der 35-Jährige ist der Fixpunkt im zentralen Mittelfeld und gibt hier, gemeinsam mit Mannschaftskapitän Dominic Hartmann den Takt vor. Unverzichtbar sind fraglos auch die offensiven Außenbahnspieler. René Guder, der immerhin schon acht Vorlagen für Treffer der Kollegen aufweist, ist als 30-Jähriger auch schon sehr erfahren. Das gilt allerdings auch für Marcel Cornils. Mit sieben Treffern ist er nach Mittelstürmer Ben Opoku, der achtmal erfolgreich war, zweitbester Torjäger der Mannschaft.
Die Startelf: Eines ist sicher, die Flensburger werden mit elf Spielern beginnen, doch wer beim Anpfiff auf dem Rasen stehen wird, ist Spekulation. In den vergangenen Wochen musste Torsten Fröhling immer wieder umstellen, weil Spieler aus verschiedenen Gründen nicht zur Verfügung standen. Im Tor ist Christian Rust, ein 21-jähriger Däne, eigentlich die Nummer eins, wenngleich in Emden Jovan Jovic gespielt hat. Rechts verteidigt Sandro Plechaty, zentral waren im letzten Spiel Torben Marten und Malte Petersen gefordert. Marschall Faleu hingegen war rotgesperrt, wird aber gegen den VfB wieder spielen. Links in der Viererkette kam es zu einem Comeback. Der bereits 33-jährige Ildio Pastor Santos wurde reaktiviert.
Im Mittelfeld hat Torsten Fröhling vermutlich die größte Auswahl, obwohl Flensburg mit Mohamed Cherif im Winter einen Leistungsträger an Torpedo Kutasi abgegeben hat. Neben Albaek und Hartmann kamen hier zuletzt Bjarne Schlemann, Karim Hüneberg und Gustav Karimi zum Einsatz. Im Angriff zeigt Ben Opoku seine Treffsicherheit, allerdings hat zuletzt auch der über Monate verletzte Pelle Hoppe sein Comeback gefeiert.
Das Hinspiel: In einer über weite Strecken ausgeglichenen Begegnung überraschten die Oldenburger mit einer guten Leistung, die vor allem deshalb nicht zu erwarten war, weil Cheftrainer Dario Fossi seinerzeit 14 verletzte Spieler ersetzen musste. Jugend forsch war deshalb das Thema für den VfB, beim dem im Spielverlauf mit Tobias Bothe und Eser Seker auch zwei Spieler aus der U19 zum Einsatz kamen. Am Ende hieß es 2:0 für Flensburg, das vor dem Tor abgezockter agierte und davon profitierte, dass Mads Albaek im Zentrum sehr physisch spielen durfte, ohne konsequent bestraft zu werden, während die Gäste nach einer diskutablen gelb-roten Karte gegen Anouar Adam fast über 30 Minuten in Unterzahl spielen mussten.
Der VfB: Beim hochverdienten Sieg in Kiel musste Dario Fossi im Mittelfeld gleich zweimal umstellen. Adem Podrimaj fehlte aufgrund seiner fünften gelben Karte, Willem Hoffrogge wiederum hatte sich im Spiel gegen den HSV II eine Gehirnerschütterung zugezogen. Prodrimaj dürfte am Freitag wieder ran, der Einsatz von Hoffrogge ist indes fraglich. Dafür kam Nick Otto zu seiner Startelfpremiere und zeigte nicht nur eine gute Leistung auf der Sechs, sondern glänzte auch als Torschütze. Einen offensiveren Part hatte Julian Boccaccio inne, der zum dritten Mal in dieser Saison anfangen durfte, ebenfalls stark spielte und traf.
In personeller Hinsicht hat Dario Fossi also einige Möglichkeiten, zumal mit Leon Deichmann oder Markus Ziereis und Drilon Demaj weitere Akteure auf ihren Einsatz brennen.
Der Anpfiff: Los geht es am Freitagabend, um 18.30 Uhr. Die Kassen und die Stadiontore öffnen um 17 Uhr. Der VfB hofft einmal mehr auf lautstarke Unterstützung in diesem wichtigen Spiel.
Tickets für das Spiel gibt es hier:
https://tickets-vfboldenburg.reservix.de/tickets-vfb-oldenburg-sc-weiche-08-in-oldenburg-stadion-am-marschweg-am-4-4-2025/e2271147