"Mir geht es wirklich gut"

Linus Schäfer im Interview
Artikel vom 1. Oktober 2026
Der Artikel wird präsentiert von:
Oldenburg/fs. Linus Schäfer ist zurück. Der Offensivspieler des VfB Oldenburg ist nach einer achtwöchigen Verletzungsauszeit wieder im Mannschaftstraining. Im Interview spricht der 23-Jährige über die zweite Zwangspause innerhalb des letzten halben Jahres, über seine Zugehörigkeit zur Mannschaft und die Freude, wieder am Ball zu sein.
Hinter Dir liegen mehr als acht Wochen Zwangspause. Wie geht es Dir aktuell?
Mir geht es wirklich gut, es ist schön wieder mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen. Wobei ich tatsächlich schon länger wieder auf dem Platz bin, aber es ist nochmal ein anderes, besseres Gefühl, wenn man zusammen mit den Jungs rausgeht. Ich freue mich sehr auf die nächsten Wochen, möchte einfach fit bleiben und freue mich auf die Zeit, die ich auf dem Platz habe.
Beim Saisonauftaktspiel in Bremen bist Du ja kurz vor Schluss recht rüde von den Beinen geholt worden. War Dir sofort klar, dass es eine schlimmere Verletzung ist?
Ja, das war mir sofort klar und ich habe auch sofort vermutet, dass es etwas Schlimmeres sein könnte. Zum Glück war ich jetzt, mit der Verletzung auf der linken Seite, weniger lange raus als zuvor, als ich rechts eine Verletzung hatte. Dort war es damals so, dass ich noch einige Minuten gespielt habe und erst dann gemerkt habe, dass es nicht mehr geht. Vielleicht hat das mein Bewusstsein für die Verletzung geschärft.
Hand aufs Herz, wie sehr hat es Dich genervt, nach der anstrengenden Sommervorbereitung wieder länger auszufallen und im Prinzip eine zweite Vorbereitung absolvieren zu müssen?
Man kann natürlich sagen, einen guten Zeitpunkt für eine Verletzung gibt es eigentlich nie. Es fällt ja nicht nur das Sportliche weg. Eine Verletzung ist ja mit weiteren Einschränkungen verbunden. Gerade wenn man im Sommer mit Krücken und so einem Spezialschuh unterwegs ist, ist es nicht so schön.
Bei der letzten Verletzung war es besser zu kalkulieren, da klar war, dass die Saison zuende geht, dann die Pause kommt, man also ein größeres Zeitfenster hat, um fit zu werden. Jetzt ging es darum, schnell fit zu werden, ohne eine langfristige Heilung zu gefährden. Gerade für den Kopf war es am Anfang einige Tage lang eine große Herausforderung, weil ich wusste, was jetzt wieder auf mich zukommen wird.
Am Anfang war von einer Ausfallzeit von mehr als 3 Monaten die Rede. Du bist deutlich schneller zurückgekommen. Ist es in erster Linie das Ergebnis harter Arbeit in der Reha oder gehört auch eine Portion Glück dazu?
Im ersten Moment sind wir von 12 Wochen ausgegangen, aber man muss zwei Dinge bedenken. Bei der Verletzung rechts haben wir uns viel Zeit gelassen. Jetzt haben viele positive Dinge zusammengespielt, weil zum Beispiel die Syndesmose-Beteiligung nicht so groß war, wie auf der rechten Seite. Und dann lag es natürlich auch daran, dass ich mit der medizinischen Abteilung, mit unserem Athletiktrainer Philip Richter und den Physios, gut arbeiten konnte und wir sicher auch vieles richtig gemacht haben und so einige Wochen rausholen konnten.
Du bist häufig im Trainingscenter und bei vielen Spielen dabei, hältst also auch einen engen Kontakt zur Mannschaft. Wie schwer fällt es Dir, den Jungs zuzuschauen, gerade auch, wenn es mal nicht so läuft?
Ja klar, egal, ob beim Training oder beim Spiel, man hält Kontakt, will ja ein Teil der Mannschaft bleiben und es ist immer schwierig, wenn man nur zugucken kann. Da ist es auch egal, ob es gut oder schlecht läuft. Wenn es schlecht ist, hat man schon das Gefühl, helfen zu wollen. Läuft es gut, wäre man gerne dabei. Natürlich kann man auch in so einer Phase nach einem Sieg mit der Mannschaft feiern. Wenn man dann aber auch ein paar Minuten in den Knochen hat, fühlt es sich nach dem Spiel halt noch besser an. Auch deshalb freue ich mich so sehr, jetzt wieder zurückzukommen.
Wie groß ist Deine Hoffnung, zeitnah wieder im Spieltagskader dabei zu sein?
Meine Hoffnung ist schon groß. Ich hoffe, dass Dario sich dafür entscheidet, denn ich habe die medizinische Freigabe, wieder alles zu machen und auch wieder zu spielen.
Die Mannschaft ist gut in die Saison gestartet. Was traust Du euch zu und welche Mannschaften sind aus Deiner Sicht die größten Konkurrenten in der Spitzengruppe?
Wir haben eine sehr, sehr enge Spitzengruppe gesehen, mit fünf Mannschaften, die alle ungefähr im Gleichschritt gehen. Es gibt nicht eine Mannschaft wie Meppen letztes Jahr, die sich durch ihre Konstanz absetzen kann.
Ich denke, dass wir das Zeug dazu haben, so eine Mannschaft zu werden. Wir wissen, was wir verbessern müssen, wo unsere Schwächen sind und wie wir besser werden können, aber das trifft auch auf andere Mannschaften zu.
Ich glaube, es wird spannend bleiben, aber ich bin sicher, dass wir die Qualität haben, um oben dabei zu bleiben und am Ende der Saison auch ganz oben zu stehen.
