„Das war ein heftiger Schlag“

Drilon Demaj im Gespräch

Artikel vom 27. Oktober 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

    Oldenburg/fs. Sieben Spiele, zwei Tore, zwei Vorlagen, Drilon Demaj ist hervorragend in die neue Saison gestartet und war in Topform. Doch eine schwere Verletzung zwingt ihn seitdem zu einer unfreiwilligen Auszeit. Im Training hat der 25-Jährige sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Wie es ihm geht und wie sein Alltag seitdem aussieht, hat er uns in einem ausführlichen Gespräch verraten.

    Drilon, wie geht es Dir aktuell?

    Mir geht es mittlerweile von Tag zu Tag besser. Die ersten Tage nach der Operation waren schon ziemlich hart, vor allem wegen der Schmerzen und des wenigen Schlafs. Mittlerweile hat sich das aber deutlich verbessert. Natürlich ist es noch ein langer Weg, aber ich bin froh, dass die Operation gut verlaufen ist und ich jetzt Schritt für Schritt an meinem Comeback arbeiten kann.

    Die OP wurde in Köln vorgenommen, wie kam es dazu?

    Für die Operation habe ich mich für einen Spezialisten in Köln entschieden. Mir war wichtig, dass ich mich dort gut aufgehoben fühle und die bestmöglichen Voraussetzungen für meine Rückkehr auf den Platz habe.

    Wie sieht Dein Alltag derzeit aus, konntest Du schon mit der Reha beginnen?

    Ja, ich habe bereits mit den ersten Reha-Maßnahmen begonnen. Aktuell geht es vor allem darum, die Schwellung in den Griff zu bekommen, die Beweglichkeit zu verbessern und die Muskulatur wieder vorsichtig zu aktivieren. Nach so einer Operation muss man erst einmal kleine Schritte machen, auch wenn man am liebsten direkt mehr machen würde.

    Mein Alltag ist momentan natürlich komplett anders als vorher. Ich beschäftige mich viel mit meiner Genesung und versuche, alles so auszurichten, dass ich bestmöglich durch diese Phase komme. Ich bin auch regelmäßig bei der Physiotherapie und arbeite daran, möglichst schnell wieder Fortschritte zu machen.

    Die Verletzung hast Du Dir kurz vor dem Ende des Trainings zugezogen. Hast Du sofort gemerkt, dass es etwas Schlimmeres sein wird?

    Ja, ich hatte relativ schnell das Gefühl, dass es etwas Ernsteres sein könnte. Durch die Bewegung und das Knacken im Knie hat es sich direkt nicht gut angefühlt und angehört. Natürlich hofft man in so einem Moment trotzdem, dass es vielleicht nicht ganz so schlimm ist. Als sich der Verdacht dann bestätigt hat, war das schon ein heftiger Schlag. Gerade weil ich mich gut gefühlt habe und unbedingt mit der Mannschaft weitermachen wollte, war das erst einmal schwer zu akzeptieren.

    Dein Bruder Leon, mit dem Du sehr eng bist, war auch sehr getroffen, wie wir alle. Wie sehr hilft er Dir gerade, auch mit seiner Erfahrung, weil er den ganzen Prozess nach so einer Verletzung ja selbst erlebt und mitgemacht hat?

    Leon ist in dieser Zeit natürlich eine große Unterstützung für mich. Wir sind sehr eng miteinander, und deshalb trifft uns so etwas auch immer beide. Er weiß, wie schwierig solche Phasen sein können und dass es nicht nur körperlich, sondern auch mental eine Herausforderung ist.

    Es hilft mir, jemanden an meiner Seite zu haben, mit dem ich offen darüber sprechen kann und der nachvollziehen kann, was in einem vorgeht.

    Wie sieht aktuell Dein Tagesablauf aus?

    Mein Tagesablauf dreht sich momentan hauptsächlich um die Reha. Ich stehe auf, kümmere mich um mein Knie und fahre regelmäßig zur Physiotherapie. Dazu kommen die Übungen, die ich zu Hause machen soll, und natürlich achte ich auf ausreichend Schlaf und eine vernünftige Ernährung. 

    Wir kennen Dich als sehr ehrgeizigen Fußballer. Hast Du genug Geduld für den langen Reha-Verlauf oder musst Du Dich sogar bremsen?

    Ich glaube, dass ich mich da schon bremsen muss. Ich bin jemand, der immer Gas geben und möglichst schnell Fortschritte sehen möchte. Wenn ich mir etwas vornehme, will ich es auch erreichen. Bei einer solchen Verletzung bringt es dir aber nichts, ungeduldig zu sein oder Schritte zu überspringen.

    Ich muss lernen, auf meinen Körper zu hören und mich an den Reha-Plan zu halten. Mein Ziel ist nicht, einfach nur möglichst schnell wieder auf dem Platz zu stehen, sondern so zurückzukommen, dass ich langfristig wieder auf meinem Niveau spielen kann. Dafür nehme ich mir die Zeit, die es braucht.

    Hast Du, über den direkten Draht zu Leon hinaus, aktuell Kontakt zur Mannschaft und kannst Du sogar die Spiele besuchen?

    Ja, durch Leon habe ich natürlich ohnehin einen direkten Draht zur Mannschaft. Außerdem sehe ich auch immer wieder Spieler, wenn ich bei der Physiotherapie bin, sodass der Kontakt weiterhin da ist. Bei den Spielen war ich bisher noch nicht, weil ich aktuell körperlich noch nicht so mobil bin. Sobald das wieder besser möglich ist, werde ich aber natürlich auch wieder ins Stadion kommen.

    Wenn alles gut verläuft, wann dürfen wir Dich wieder auf dem Rasen sehen?

    Das lässt sich aktuell noch nicht genau sagen. Bei einem Kreuzbandriss ist es wichtig, sich nicht auf ein bestimmtes Datum festzulegen, sondern die einzelnen Reha-Schritte erfolgreich zu durchlaufen. Es wird ein längerer Prozess, und ich werde nichts überstürzen.

    Die Hinrunde neigt sich dem Ende entgegen. Wie zufrieden bist Du mit Deinen Jungs und was traust Du ihnen noch zu?

    Die letzten Ergebnisse waren ja allesamt positiv, und ich hoffe, dass die Jungs den Schwung bis zur Winterpause mitnehmen können. Ich traue den Jungs auf jeden Fall noch einiges zu und hoffe, dass wir die nächsten Wochen erfolgreich gestalten können.